Bildungsbereiche

Die Bildungsbereiche  

Die „erweiterten Grundsätze elementarer Bildung in Einrichtungen der Kindertagesbetreuung im Land Brandenburg“ geben der Bildungsarbeit in unserer Kita einen Rahmen, den es mit Leben zu füllen gilt. Die Bildungsbereiche durchdringen sich im komplexen Alltag der Kita und sind deshalb nicht wie Schulfächer als abgrenzbare Fachgebiete zu sehen.

 

Bildungsbereich Sprache und Kommunikation

„Hundert Sprachen hat das Kind und Erziehung ist der Versuch,
die Sprachen zu verstehen.“
Loris Malaguzzi
„Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt!“
Ludwig Wittgenstein

Sprachentwicklung ist ein komplexer Prozess und bietet uns einen pädagogischen Schwerpunkt. Sprache soll im Kindergarten erlebbar gemacht werden, jedes gesunde Kind lernt sprechen. Die Kinder werden im gesamten Tagesablauf und in allen Bildungsbereichen verbal und nonverbal gefördert.
    im Morgenkreis
    im Spiel 
    durch Reime und Lieder
    Bücher, Geschichten und Bilder
    bei Rollenspielen und Tänze

Wir begleiten die Kinder sprachlich in Konfliktsituationen und zeigen ihnen Lösungsmöglichkeiten. Sie lernen Umgangsformen, wenden diese an und erleben sie im Tagesablauf. Wir schaffen eine Atmosphäre in der Sprechfreude gefördert wird. Dabei greifen wir Themen des Kindes auf. Die Gespräche in Kleingruppen sowie beim Essen und Wickeln regen wir an und freuen uns mit Kindern über Spracherfolge. Die Erzieher/-innen begleiten ihr Handeln mit Sprache und sind Sprachvorbild. Sie unterstützen die Kinder durch aufmerksames zuwenden, zuhören und sprechen.
Sprachliche Kompetenzen entwickeln sich durch selbstständige Aneignungstätigkeiten. Durch einen gemeinsam gestalteten und anregungsreichen Alltag erhalten die Kinder vielfältige Impulse und erweitern ihre Fähigkeiten, Gefühle und Ideen auszudrücken, Dinge auszuhandeln, Erlebnisse wiederzugeben und eigene Ansichten zu begründen. Die kindliche Kommunikationskultur wird dadurch geprägt, wie Menschen in ihrem direkten Umfeld miteinander umgehen. Begriffe, Sprachstrukturen und das Wissen, wie Sprache kommunikativ eingesetzt wird, übernehmen die Kinder von vertrauten Personen und aus ihrer direkten Umgebung. Unsere ganztägigen Sprachanreize haben wir wie folgt in unseren Alltag integriert:
    in allen Räumen finden die Kinder themenorientierte Bücher
    Morgenkreis, Kleine Schulstunde, Bezugsgruppenzeiten aber auch das Freispiel fördern die Kommunikation untereinander
    Vorlesezeiten während der Ruhephase oder im Alltag integriert
    Spielecken sowie Spielräume zum Rollenspiel, Theater- und Puppenspiel
    Förderung von leisen Tischgesprächen
    Reime und Gedichte werden ganztägig eingesetzt
    Raumgestaltung mit vielen Zeichen, Symbolen und Buchstaben
    Themenorientiert stehen Schreibutensilien und Schreibgeräte bereit
    Projekte zu anderen Sprachen (Kinder anderer Nationalitäten, Sprache der Tiere, nach dem Urlaub im Ausland)


 

Bildungsbereich Mathematik

„Ihren Ausgangspunkt nimmt die mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenz
in der Neugier der Kinder, ihre gegensätzliche Welt zu verstehen.“

Grundsätze elementarer Bildung (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, März 2004)

In den ersten Lebensjahren entwickelt das Kind die Grundlagen für mathematisches Denken. Durch vielfältige Alltags- und Umwelterfahrungen, erleben die Kinder mathematische Größen und naturwissenschaftliche Zusammenhänge. Die Aufgabe der Erzieher/-innen ist es, sinnvolle Materialien für den Forschungsdrang bereitzustellen.

Mathematik im Alltag:
    zählen
    sortieren
    vergleichen
    zuordnen
    unterscheiden
Nicht die Antworten, sondern die Fragen sind das Wichtige. Aus diesem Grund verstehen wir die Neugier der Kinder als elementaren Ausgangspunkt für das Erlangen von mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen. Im täglichen Spiel setzen sich unsere Kinder mit zahllosen mathematischen und naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten auseinander. Dabei steht das forschende Begreifen der Welt im Mittelpunkt der naturwissenschaftlichen Bildung.
    
Um den Kindern mathematische Zusammenhänge sowie ein positives Natur- und Umweltbewusst-sein zu vermitteln, haben wir folgende pädagogische Bedingungen geschaffen:
    großzügig gestaltete Baubereiche zum Konstruieren und Bauen
    Bereitstellung vielfältiger Materialien zum Forschen und Experimentieren (Messbecher, Waagen, Maßbänder, Gewichte, Magnete etc.)
    themenbezogene Bücher und Poster
    Verwenden von Zahlen und Mengen im Alltag (Abzählen des Geschirrs zum Essen, morgendliche Anwesenheitsprüfung, selbstständiges Durchzählen bei Ausflügen etc.)
    Beobachten von Naturereignissen (Wetterbeobachtung, Aufblühen und Welken von Pflanzen, Jahreszeiten etc.)
    Dokumentation der Beobachtungen in Bildern, Ausstellungen und Protokollen

 

Bildungsbereich Körper und Gesundheit

„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“
Arthur Schopenhauer

Gesund sein bedeutet, sich körperlich, seelisch und sozial wohlzufühlen. Ein bewusster Umgang mit Gefühlen, positive Bindungserfahrungen, verlässliche Beziehungen, die Fähigkeit, mit Konflikten konstruktiv umzugehen sowie soziale Anerkennung wirken sich existenziell auf die Gesundheit aus. Wir stärken unsere Kinder in dieser Kompetenz wie folgt:
    gemeinsames Kochen und zubereiten von Mahlzeiten
    regelmäßige Zahnputzkurse
    zahnärztliche Untersuchungen
    gezielte Angebote zu den Themen gesunde Ernährung, Körperbewusstsein sowie Körper-pflege
    tägliches Obst- sowie Gemüseangebot

Die Sauberkeitserziehung, das ist der Platz für Individualität. Hier erhält das Kind besondere Aufmerksamkeit. Die Wickelzeit ist Zuwendungszeit und der Wickelbereich ist Zentrum der Sauberkeitsentwicklung. Dieser Bereich ist ein vertrauensvoller Platz zum Wohlfühlen, für kleine Rituale und individueller Aufmerksamkeit.
Die Sauberkeitsentwicklung ist in der Regel ein unproblematischer Lernprozess, welcher innerhalb von vier Jahren auf individuellen Wegen erfolgt. Die Schließmuskelkontrolle von Blase und Darm hängt von der individuellen Entwicklungsgeschwindigkeit ab und ist frühestens um das zweite Lebensjahr kontrollierbar. Dabei Bedarf die Sauberkeitsentwicklung kompetente und sensible Unterstützung sowie Begleitung in einer ruhigen Atmosphäre. Druck und Zwang sind wirkungslos – Rück-schritte können zum Prozess dazu gehören. Um dem Kind ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln, stehen ihm in unseren Bädern kleinkindgerechte Toiletten zur Verfügung. Um das Bedürfnis bewusst zu machen, werden die Kinder in kleine Rituale einbezogen und in Ihren Entwicklungsschritten weiterhin begleitet. Auch die Unterstützung der Eltern ist jetzt sehr gefragt. In enger Zusammenarbeit mit den Eltern streben wir nahezu gleiche Rituale in Elternhaus und Kleinkindbereich an. Um den Kindern den selbstständigen Toilettengang zu erleichtern, eignen sich zweiteilige Unterwäsche, leicht zu öffnende Knöpfe sowie bequeme Hosen.

 

Bildungsbereich Bewegung und Sport

„Bewegung ist das Tor zum Lernen.“
Ludwig Koneberg
„Bewegung ist eine elementare Form des Denkens“
Gerd E. Schäfer
Bewegung ist grundlegend für die Orientierung im Raum, im Körper und im Handeln. Bewegung ist ein Grundbedürfnis des Kindes. Mit allen Sinnen erkunden die Kinder ihre lebensnahe Umwelt. Bewegungserfahrungen besitzen eine entscheidende Bedeutung für die Gesamtentwicklung und für die Reifung kognitiver Fähigkeiten. Für die Arbeit mit den Jüngsten bedeutet das in unserem Bereich, dass wir Bewegungsangebote situationsorientiert in den Tagesablauf integrieren. Wir bie-ten den Kindern eigenständige Bewegungsmöglichkeiten zur Förderung von fein-und grobmotorischen Fähigkeiten.
Unser separater Garten ermöglicht den Kindern:
    verschiedene Bodenbeschaffenheiten: Sandfläche, Rasenfläche, Pflasterbelag, Hügel
    klettern
    rutschen
    Treppen
    schiefe Ebenen
    balancieren
    Ecken für Rückzugsmöglichkeiten
    kleines Wäldchen
    verschiedene Fahrzeuge stehen den Kindern ebenfalls zur Verfügung

Auch bei schlechtem Wetter können die Kinder in unserem Flur sowie im Bewegungsraum ihren natürlichen Bewegungsdrang nachkommen.
Bewegung fördert nicht nur die Entwicklung unserer Organe, Muskeln und Knochen, sondern trägt auch entscheidend zur Reifung unseres Gehirns und des Nervensystems bei. Somit bilden Bewegung und Wahrnehmung die Grundlage der Hirnreifung und schaffen somit die Voraussetzung für abstrakte Denkprozesse, wie Lesen, Rechnen und Schreiben.
Die zunehmenden Bewegungsfertigkeiten eines Kindes wirken sich positiv auf dessen Selbstbild und Selbstwertgefühl aus. Zudem kann Bewegung ein wichtiges Ventil für den emotionalen Aus-druck sein. Indem Absprachen getroffen, Regeln festgelegt werden und Rücksicht genommen wird,  fördern Bewegungsangebote das Erlernen sozialer Verhaltensregeln. 
Wir bieten unseren Kindern in unserem Haus, als auch auf dem Außengelände zahlreiche Bewegungs- aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Wir stärken unsere Kinder in dieser Kompetenz mit Folgendem:
    Bewegungsräume
    Hochpodeste, Kletter- und Steigmöglichkeiten
    Garten in mehreren Ebenen
    Förderung der Anstrengungsbereitschaft durch Sport, Spiel und Spaß 
    Wahrnehmungsangebote (Bohnenwanne, Indoorsandkasten, Gelwanne)


Bildungsbereich Natur und Technik

„Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind.“
Aristoteles
Grundsätze elementarer Bildung (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, März 2004)

Naturwissenschaften im Alltag:
    Natur
    Tiere
    Pflanzen
    Elemente Wasser, Erde, Luft
    Naturbeobachtungen in näherer Umgebung

Um den Kindern ein positives Natur- und Umweltbewusstsein zu vermitteln, haben wir folgende pädagogische Bedingungen geschaffen:
    Bereitstellung vielfältiger Materialien zum Forschen und Experimentieren (Lupen, Messbecher, Waagen, Mikroskope, Sandkästen, Maßbänder, Gewichte, Magnete etc.)
    Nutzen der Elemente Wasser, Luft und Erde (Matschbaustelle im Garten, Pflege selbst-angebauter Pflanzen, themenorientierte Experimente und Projekte)
    themenbezogene Bücher und Poster
    Beobachten von Naturereignissen (Wetterbeobachtung, Aufblühen und Welken von Pflanzen, Jahreszeiten etc.)
    Tierbeobachtung (Vogelfutterhäuschen, Insektenhotel, Tiere im Garten, Besuch beim Tierarzt, Ausflüge zum Bauernhof, Naturschutzcamp oder Tierpark, etc.)
    Nutzen der waldreichen Umgebung für Spazier- und Beobachtungsgänge
    Dokumentation der Beobachtungen in Bildern, Ausstellungen und Protokollen

 

Bildungsbereich Ästhetik und Musik

„Es gibt Bereiche der Seele, die nur Musik beleuchten kann.“
Zoltan Kodaly

„Nichts ist im Verstande, was nicht zuvor in den Sinnen war.“
John Locke
Die Kinder können beim Gestalten in ihrem individuellen Tempo ihre Fähigkeiten zum Malen, ihre Feinmotorik, Körperkoordination und Farbwahrnehmung entwickeln, gefördert werden Experimentierlust und Fantasie. Es ist uns wichtig den Kindern einen Rahmen zu bieten, indem sie neu-gierig sein dürfen. Wir motivieren die Kinder, etwas Neues auszuprobieren und stellen ihnen dazu verschiedene Materialien bereit. 
Wir machen den Kindern im Bereich des bildnerischen Gestaltens Angebote, überlassen es ihnen jedoch, diese anzunehmen.  Das Selbstbewusstsein der Kinder wird angeregt und gestärkt, indem ihre individuellen Bilder und Bastelarbeiten sowohl von ihnen selbst als auch von uns anerkannt, geschätzt und gelobt werden. Unsere Bastelangebote, angeregt durch die Interessen der Kinder und durch feste oder jahreszeitliche Anlässe werden von uns regelmäßig angeboten. Die Kunst-werke der Kinder werden aufgehängt, ausgestellt und in Mappen gesammelt.

Bildnerisches Gestalten beruht auf Wahrnehmungen, dient der Verarbeitung von Reizen sowie dem Ausdruck von Emotionen und entspricht dem Grundbedürfnis, sich selbst auszudrücken.
Gestaltungsprozesse sind Erkenntnisprozesse. Sie stehen in einem wechselseitigen Verhältnis zur geistigen und körperlichen Entwicklung des Kindes. Bildnerisches Gestalten ermöglicht es den Kindern, selbstständig tätig zu werden und sich als „selbstwirksam“, kreativ und kompetent zu erleben.
Dieser Bildungsbereich ist eng mit anderen Bildungsbereichen verknüpft. So werden beispielsweise Fertigkeiten und Fähigkeiten in der Fein-als auch Grobmotorik erlangt, das ästhetische Empfinden geschult, die Koordination und Konzentration gefördert sowie die Sprache zur Beschreibung der Tätigkeit oder des Werkes eingesetzt.  Gleichzeitig können gestaltete Exponate aber auch Sprache ersetzen und Emotionen ausdrücken, die sprachlich noch nicht benannt werden können. Eine Zensur oder Wertung durch den Erwachsenen hat hierbei keinesfalls Platz.
Um sich kreativ entfalten zu können, bieten wir unseren Kindern folgende Möglichkeiten:
    Bereitstellen von verschiedenen Materialien zur Anregung der Kreativität (Farben, verschiedene Papiere, Scheren, Stoffe, Wolle, Stifte, Pinsel, Schwämme, Rollen, Ton etc.)
    großzügig gestaltete Kreativbereiche
    Ausstellungsflächen für die Werke der Kinder
    Unterstützen der Kinder und begleiten beim Ausprobieren verschiedener Techniken (Zeichnen, Malen, Schneiden, Kleben, Spachteln, Drucken, Töpfern etc.)
    vielfältiges Bau-, Konstruktions-und Naturmaterial regt die Kinder an, sich Phantasiewelten zu erschaffen und sich ihre Welt nachzubauen
    eigene bildnerische Mitgestaltung des Portfolios

Kinder haben von der Geburt an ein großes Interesse an Geräuschen, Tönen und Klängen die sie selbst erzeugen und denen sie lauschen. Musik bereichert die Lebensfreude eines jeden Kindes. Durch Musik und Singen ist es uns in der täglichen Arbeit mit den Jüngsten möglich, Stimmungen aufzugreifen und erlebbar zu machen. Musik und Singen wirkt sich positiv auf das kindliche Gehirn aus und fördert seine geistige, seelische und emotionale Entwicklung. Ängste und Unsicherheiten werden durch gemeinsames Musizieren abgebaut. Singspiele und Bewegungslieder fördern das Koordinationsvermögen und die Motorik der Kinder. Ein Gefühl von Gemeinschaft entwickelt sich. Bei uns steht der Spaß im Vordergrund, uns ist nicht das Ergebnis wichtig, sondern der Prozess, den die Kinder ohne Zwang und Druck erleben.
Unsere musikalische Bildung im Bereich:
    durch gezieltes Einsetzen von Liedern, Sing-und Tanzspielen im Morgenkreis
    rhythmische Reime und Übungen
    Musik hören ( CD), tanzen
    kennenlernen der körpereigenen Möglichkeiten, Musik zu machen  ( Klatschen, Stampfen, Singen)
    musizieren mit Klanginstrumenten

Musik und musikalisches Empfinden gehören zu den Grundkompetenzen eines jeden Kindes. Von Geburt an nehmen Kinder die Basiskomponenten     der Musik- Rhythmus, Melodie und Klangfarbe wahr. Dabei hat Musik einen enorm positiven Einfluss auf die geistige, seelische und emotionale Entwicklung der Kinder. Zudem schult sie die Konzentrationsfähigkeit, die Motorik, das Gedächtnis, die Ausdauer und die Lernmotivation sowie die sozialen Kompetenzen. Musik zu leben bedeutet, eine ganz eigene Ausdrucksform zu wählen und Freude am Singen, Tanzen und an der Bewegung zu haben. Wir geben den Kindern die Möglichkeit und regen sie durch eigenes Tun an, ihre Stimme als Instrument einzusetzen, Musik und Klangerfahrungen zu machen und einen Zu-gang zur Welt der Töne zu bekommen. Dies erreichen wir unter anderem mit der Schaffung folgender Bedingungen:
    tägliches Singen und Musizieren im Tagesverlauf
    in Musikbereichen der Räume stehen Musik- und Klanginstrumente zur selbstständigen Nutzung bereit
    musikalische Hörgeschichten regen die Kinder zum Zuhören und Erleben der Musik an
    Musik- und Bewegungsangebote, Tanz- und Rhythmikübungen
    Malen nach Musik
    Einsatz der Gitarre und anderen Medien in Ruhe- und Übergangszeiten
    Nutzung von Musikangeboten außerhalb der Kita (Besuch von Kindermusical und Konzerten)
    Musikalische Vorführungen bei Festen sowie externen Einrichtungen (Schule, Seniorenzentrum, Gemeinde, Bürgerhaus)
    Basteln und Bauen von Musikinstrumenten


Bildungsbereich Kinderrechte, Menschenrechte und Demokratie

„Der ist beglückt, der sein darf, was er ist“
Hagedorn

„Jeder Mensch hat das Recht, Rechte zu haben“
Hannah Arendt

Wir beobachten jedes Kind regelmäßig und differenziert, welche Stärken und Entwicklungsfragen es auf der Ebene der sozialen Kompetenz zeigt. 
Diese Beobachtungen nutzen wir als Ansatzpunkte für unterstützende und fördernde Angebote in:
    Platz in der Gruppe finden
    Eigensinn – Gleichsinn
    Regeln, Kinderrituale
    Wahl der Spielpartner
    Bindungen - Beziehungen zu Gleichaltrigen und Erwachsenen 
    Individualität von Mädchen und Jungen
    realisieren von Mitbestimmung (Raum, Angebote)
    Selbstständigkeit
    Ich- Kompetenz stärken 
    Zusammenleben in altersgleichen und altersgemischten Kindergemeinschaften
    mit anderen Kindern spielen und sich austauschen
    alle Erzieher sind Ansprechpartner

Soziale Beziehungen sind Grundvoraussetzung aller Bildungsprozesse. Wir möchten unsere Kinder in erster Linie darin bestärken, nicht die Meinung anderer zu übernehmen, sondern sich selbst ein Bild von der Welt zu machen. Hierzu benötigt jedes Kind ein positives Selbstbild, welches ihnen nur durch eine positive Resonanz auf ihre Person, mit all ihren Bedürfnissen, Gefühlen und Gedanken vermittelt werden kann. Kinder erfahren in unserer Kita die Grundprinzipien des Zusammenlebens. So sollen sie lernen, den anderen mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen, so wie auch ihnen diese Werte entgegengebracht werden.  Die Kinder sollen erfahren, dass sie Rechte haben, sollen aber ebenso ein Pflichtgefühl entwickeln.
Durch Verhandeln aber auch durch das Streiten können Regeln, Normen und Werte, sowie gesellschaftliche und religiöse Orientierungen verstanden und akzeptiert werden. Das Ringen, um das, was fair oder ungerecht ist, hilft Kindern Regeln zu verinnerlichen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Wir vermitteln die Grundprinzipien des Zusammenlebens durch:
    Morgenkreise und gruppeninterne Veranstaltungen tragen dazu bei, dass sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt
    das Einbringen eigener Ideen in Projekte und Angebote stärkt das Selbstbewusstsein
    feste Tagesablaufpunkte, Rituale sowie die Bezugserzieherinnen selbst geben den Kindern Sicherheit und Orientierung und unterstützen sie dabei, selbstständig zu werden
    Feste und Feiern stärken die Verbundenheit mit der Kita
    Auftritte mit dem Kinderchor oder gruppenintern zu Festlichkeiten stärken Selbstvertrauen und Vertrauen in die Mitstreiter
    unsere „Kleine Schulstunde“ gibt Sicherheit für einen angstfreien Schulstart
    gemeinsames Ausführen von Aufträgen (Tischdienst, Hilfe im Büro, Frühstücksvorbereitung, kleine Botengänge, Hilfe für den Hausmeister etc.) stärken Solidarität, Wertschätzung, Pflichtgefühl, Achtung und Teamgeist
    unsere regelmäßigen Ausflüge fördern Verantwortungsgefühl, Umsichtigkeit und gegen-seitige Rücksichtnahme


Bildungsbereich Philosophie, Ethik und Religion

„Ethik ist Grenzenlose erweiterte Verantwortung gegen alles, was lebt“
Alber Schweitzer

„Es gibt viele Religionen, aber nur eine Moral“
John Ruskin

Kinder sind von Natur aus neugierig und stellen existenzielle Fragen: Sie denken über Gerechtigkeit nach, stellen Sinnfragen und versuchen, die Welt in ihrer Vielfalt zu verstehen. In diesem Bildungsbereich fördern wir die kindliche Neugier und das philosophische Denken. Wir begegnen den Kindern mit Offenheit, nehmen ihre Gedanken ernst und schaffen Räume, in denen Werte, Glauben und Weltanschauungen erfahrbar werden.

Dabei achten wir darauf, die religiöse und weltanschauliche Vielfalt unserer Gesellschaft respekt-voll zu integrieren und gleichzeitig gemeinsam nach universellen Prinzipien zu suchen, die ein friedliches Miteinander ermöglichen. Wir regen Kinder dazu an, über ihre eigenen Gedanken zu reflektieren, andere Perspektiven zu hören und ein Bewusstsein für Verantwortung zu entwickeln – gegenüber sich selbst, anderen und der Welt.

Ziele

    Förderung von ethischem Bewusstsein und Mitgefühl 
    Stärkung der kindlichen Selbstreflexion und Ausdrucksfähigkeit 
    Achtsamer Umgang mit religiöser und weltanschaulicher Vielfalt 
    Vermittlung von Kinderrechten und demokratischem Denken

Konkrete Umsetzung im Alltag

    Philosophisches Erzählen und Fragen: In Gesprächen, Bilderbuchbetrachtungen oder Konfliktsituationen greifen wir kindliche Fragen auf und regen zum Nachdenken an.
    Werte leben im Gruppenalltag: Gemeinsame Regeln, Rituale und Verantwortungsübernahme stärken Zusammenhalt und Orientierung.
    Religiöse Feste und Vielfalt: Wir feiern gemeinsam kulturell und religiös bedeutsame Ereignisse – mit Respekt, Neugier und kindgerechter Erklärung.
    Räume der Ruhe und Besinnung: Rückzugsorte laden Kinder zur Stille, zum Nachdenken und zur inneren Sammlung ein.
    Kinderrechte bewusst machen: In Kinderkonferenzen und Abstimmungen lernen die Kin-der, ihre Meinung zu äußern und andere zu respektieren.


Bildungsbereich Nachhaltige Entwicklung

„Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen“
Häuptling Seattle

Im Kindergarten beginnt Nachhaltigkeit mit kleinen Schritten und großen Herzen. Kinder entdecken spielerisch die Welt um sich herum – mit Neugier, Staunen und Begeisterung. Bildung für nachhaltige Entwicklung bedeutet hier, den Kindern Werte wie Achtsamkeit, Verantwortung und Mitgefühl nahe zu bringen. Sie lernen, dass Wasser kostbar ist, dass Müll getrennt wird, dass Tiere und Pflanzen geschützt werden müssen und dass sie selbst etwas bewirken können.

Durch gemeinsames Gärtnern, kreative Upcycling-Projekte, Naturerkundungen und das Erzählen von Geschichten über Umwelt und Gemeinschaft erfahren die Kinder, wie wichtig es ist, respekt-voll mit sich selbst, mit anderen und mit der Natur umzugehen. So werden sie früh darin bestärkt, ihre Umwelt nicht nur zu erleben, sondern auch mitzugestalten – ganz im Sinne einer zukunftsfähigen Welt.

 

Bildungsbereich Digitale Medien

„Kinder sind nicht von Geburt an medienkompetent, nur weil sie in eine Welt hineingeboren werden, in der Medien ein fester Bestandteil sind.“
Herder.de über Medienerziehung im Kindergarten


Digitale Medien sind längst Teil unserer Lebenswelt – auch für Kinder. Schon die Kleinsten begegnen Tablets, Smartphones und digitalen Bildern. Im Kindergarten nutzen wir digitale Medien sinn-voll und altersgerecht, um Neugier zu fördern, Medienkompetenz zu entwickeln und kreative Ausdrucksformen zu ermöglichen.

Ziele

    Förderung eines bewussten, kreativen und sicheren Umgangs mit digitalen Medien 
    Entwicklung von Medienverständnis (z. B. „Was ist ein Foto? Was ist ein Film?“) 
    Stärkung von Ausdrucksfähigkeit durch digitale Werkzeuge (z. B. malen, hören, er-zählen) 
    Aufbau erster technischer Kompetenzen im Umgang mit Geräten und Programmen


Konkrete Umsetzung im Kita-Alltag

Fotoprojekte mit Kindern
    Kinder fotografieren selbst mit einer einfachen Kamera oder einem Tablet – etwa ihre Lieblingsspielzeuge, Naturfunde oder Freundschaften. Danach besprechen wir gemeinsam: Was macht ein gutes Foto aus? Was möchte ich zeigen?
Geräte erkunden im Medienbereich
    Kinder dürfen Mediengeräte (Tablet, Mikrofon, Kamera) unter Anleitung ausprobieren. Sie erfahren, wozu die Technik da ist und wie man sie sinnvoll nutzt – ganz ohne Reizüberflutung oder Dauerkonsum.
Medienpädagogische Projekte, Digitale Spiele zur Förderung von Logik und Sprache 
    Mit ausgewählten, pädagogischen Lernapps können Kinder spielerisch logische und sprachliche Fähigkeiten trainieren.