Krippenkonzeption
Eingewöhnung
Aller Anfang ist schwer!
Diese Weisheit trifft sicher auch auf den Beginn eines neuen Betreuungsverhältnisses in der Kindertagesstätte zu. Ein kleines Kind muss schließlich erst lernen, Fremdes zu Vertrautem zu machen und Neugier über die eigenen Ängste siegen zu lassen.
„Mit Betreuungsbeginn in der Kita ändern sich für das Kind gleich mehrere Dinge: Umgebung und Inventar sind neu, fremde Erwachsene treten an die Stelle der bisherigen Bezugspersonen und unbekannte Kinder konkurrieren mit dem „Neuen“ um Spielzeug und Betreuung. Eine stufenweise Eingewöhnung ist also meistens unerlässlich. Um den Eltern die aktive Beteiligung an der Eingewöhnungsphase ihres Kindes zu ermöglichen, bieten wir schon 14 Tage vor Beginn des Betreuungsvertrages eine Eingewöhnungszeit an.
Zu einer guten Eingewöhnung gehören auch feste Abschieds- und Wiedersehensrituale. Dem Kind muss über das Verhalten des bringenden Elternteils klar werden: Hier kann ich beruhigt zurückbleiben. Auch die Eltern müssen ohne Angst loslassen können. Das funktioniert nur bei Vertrauen in die Erzieherinnen und Zuversicht in deren pflegerische und erzieherische Qualitäten.
Ein Talisman von zuhause, ein Kuscheltier oder Schmusetuch erleichtern das Getrenntsein. Sich ohne Abschied davonzuschleichen, sollte ebenso tabu sein wie endlos hinausgezogene Trennungsphasen, die Kind und Mutter verdeutlichen: -So richtig loslassen können wir uns ja nicht.-
Wenn das Kind später abgeholt wird, sollten Eltern pünktlich sein, um dem Kind Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit zu signalisieren, und einen Zeitpuffer für danach einkalkulieren. Es kann sein, dass das Kind noch all die wichtigen Dinge, die es am Tag gesehen und erlebt hat, den Eltern noch einmal vor Ort vor Augen führen will- eine beruhigende Phase, in der sich beide Welten treffen können.“
Quelle: Dr. J. Bensel, Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen
Krippe
Mit Betreuungsbeginn in der Kita beginnt eine spannende und erfahrungsreiche Zeit. In einem vereinbarten Kennlerntermin mit den zukünftigen BezugserzieherInnen erhalten die Eltern alle nötigen Informationen für einen gelungenen Start in den Kleinkindbereich. Gerne lassen wir uns über den Entwicklungsstand des Kindes und die Gewohnheiten informieren. Dieses Gespräch findet ca. zwei Wochen vor Beginn der Eingewöhnung statt.
Um den Eltern und dem Kind die Eingewöhnungszeit so angenehm wie möglich zu gestalten, arbeiten wir in Anlehnung an das „Berliner Eingewöhnungsmodell“. Dieses bindungsorientierte Modell berücksichtigt insbesondere die Bindung des Kindes zu den Eltern und den Bindungsaufbau zu den Erzieher/-innen. Es unterteilt die Eingewöhnungszeit in verschiedene Phasen. In der sogenannten Grundphase besucht ein Elternteil zusammen mit dem Kind die Kita für ca. 1 Stunde pro Tag. In der Regel bestimmt das Verhalten des Kindes den Zeitpunkt des ersten Trennungsversuches. Zu einer guten Eingewöhnung gehören auch feste Abschieds- und Wiedersehensrituale. Wichtig ist, dass der heutige Tag in der Gruppe beendet ist, wenn das Elternteil zurückkehrt. Mit kurzen und immer länger werdenden Trennungszeiten beginnt die Stabilisierungsphase. In der Schlussphase sind die Eltern am Vormittag nicht mehr präsent, jedoch im Notfall immer erreichbar.
Die pädagogischen Fachkräfte übernehmen während der Eingewöhnung eine sensible und beobachtende Rolle. Sie bauen schrittweise eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind auf, indem sie präsent sind, sich dem Kind zuwenden und es in seinem Tempo kennenlernen. Dabei achten sie besonders auf Signale des Kindes, um Nähe und Unterstützung anzubieten, ohne es zu überfordern.
Pflegerische Tätigkeiten wie Wickeln, Füttern oder das Anziehen werden erst dann von den Fachkräften übernommen, wenn das Kind eine erste Bindung aufgebaut hat und sich in ihrer Gegenwart sicher fühlt. Diese Tätigkeiten sind besonders intim und setzen Vertrauen voraus – daher werden sie behutsam und in enger Abstimmung mit den Eltern eingeführt.
Der Übergang zwischen den einzelnen Phasen der Eingewöhnung orientiert sich nicht an festen Zeitvorgaben, sondern am Verhalten und der emotionalen Stabilität des Kindes. Folgende Anzeichen können darauf hinweisen, dass eine neue Phase erreicht ist:
Grundphase → erster Trennungsversuch: Das Kind zeigt Neugier auf die Umgebung, nimmt Kontakt zu den Fachkräften auf und kann sich zeitweise vom Elternteil lösen.
Stabilisierungsphase: Das Kind lässt sich von den Fachkräften trösten, nimmt aktiv am Gruppengeschehen teil und zeigt ein ausgeglichenes Verhalten während der Trennungszeiten.
Schlussphase: Das Kind bewältigt den Kita-Vormittag ohne die Anwesenheit der Eltern, wirkt sicher und orientiert und sucht bei Bedarf die Nähe der BezugserzieherInnen.
Die ErzieherInnen stehen im engen Austausch mit den Eltern, um gemeinsam den besten Zeitpunkt für die nächste Phase zu bestimmen.





Kita "FrohSinn"

